Home

Auf die Knie, Europäer!

(Paar empörte Anmerkungen meiner pol. Beraterin)
 
Kurz bevor 22 Fußballspieler (11 davon noch in der EU) am vergangenen Dienstag öffentlichkeitsgefällig auf ein Knie gingen, um IRGENDETWAS zu demonstrieren, von dem Vergessliche noch nicht einmal wissen dürften, was es nochmal war (Spoiler: der Kniefall galt nicht der durchaus etwas missratenenen Familie der Königin von Grobbritannien), verstarb (am 19.06.) im tschechischen Teplice ein Mann namens Stanislav Tomáš in Polizeigewahrsam.
 
Der Videoaufnahme seiner vorangegangenen Verhaftung ist zu entnehmen, dass einer von drei Polizisten (mindestens) 5 Minuten lang auf seinem Nacken kniete, um ihn mit der gefürchteten „neck restraint technique“ zu züchtigen – auch nachdem er längst in Handschellen lag und keinerlei Gegenwehr mehr zeigte.
 
Minuten später lag der Mann, der zur in Tschechien traditionell diskriminierten Minderheit der Roma gehört, in einem potthässlichen Ostblockkrankenwagen und war tot. Laut polizeilichem Autopsiebericht übrigens nicht infolge einer „unnötigen, unverhältnismäßigen und daher rechtswidrigen“ Polizeitechnik (Amnesty International), sondern infolge anhaltenden „Drogenmißbrauchs“. AHA.
 
Falls Sie sich jetzt an ein Ereignis erinnert fühlen, für das Sie jederzeit auf ein Knie gehen würden, dann sollten Sie das ganz schnell wieder vergessen. Die tschechische Polizei hat nämlich fixestens unter dem crazy Titel “No Czech Floyd …” ein Video veröffentlicht, das Tomáš und einen Kollegen (oben ohne!) zeigt, wie sie schreiend in einer Strasse herumrennen und gegen ein paar Blechautos treten.
 
Und wenn die tschechische Polizei meint, das könne den Einsatz einer (spätestens) seit dem 25. Mai 2020 zu Recht geächteten Polizeimaßnahme mit Todesfolge auch nur im Ansatz rechtfertigen, dann ist sie noch dümmer als unser alter Kumpel IM Herbert Reul, NRW.
 
Tschechiens Innenminister Jan Hamáček und Ministerpräsident Andrej Babisch stellten sich vorbehaltlos hinter ihre Polizei & verweigern jede unabhängige Untersuchung des Vorfalls, wie sie von Amnesty International, Human Rights Watch und dem Europarat gefordert wird.
 
Die politische („liberal“) und unternehmerische („Agrofert“) Knallcharge BABISCH ist derzeit übrigens Ermittlungen wegen Betrugs, Bereicherung & EU-Fördermittelmissbrauchs in Millionenhöhe ausgesetzt (vgl. die 34.000 Seiten starke Ermittlungsakte zur „Storchennest-Affäre“). Ein drittes LOCH in der NASE könnte BABISCH, zweitreichster Bürger (und reichster Regierungsschef) seines Landes, in dieser Lage natürlich besser gebrauchen als eine europäische Öffentlichkeit (oder EU-Behörde), die sich für Polizeigewalt, Todesfälle in Polizeigewahrsam oder gar die tschechische Polizeiarbeit gegenüber Minderheiten interessiert.
 
Roma stellen mit 6 Millionen die größte ethnische Minderheit in der EU. Vertreter der Roma bedauern, dass der Tod von George Floyd bei EU-Offiziellen eine große Welle von Empörungs- und Solidaritätsbekundungen ausgelöst habe, während in derselben EU für „den Fall, dass ihre eigenen Bürger unter ähnlichen Umständen sterben,“ protokollarisch nur bedrückendes Schweigen vorgesehen ist.
 
Wer jetzt nicht begreift, dass in der europäischen Öffentlichkeit etwas gehörig SCHIEFLÄUFT, dem ist nicht mehr zu helfen.
 
Und während der (politisch) KOSTENLOSE Gratisschneid von DFB, Volkswagen, BlackRock oder TokTik über den ästhetisch bedenklichen Einbau regenbogenfarbig gemeinten Kolorits in das Organisationslogo sowieso nie hinausgehen wird, verneige ich mich anstelle des wohlfeilen Falls auf den Meniskus (vgl. Fußballsportmannschaft, rausgeflogen) hier einmal symbolmoralisch korrekt vor dem verstörend antipolitischen Symbolmoralismus, dem EU und westeuropäische Welt verfallen sind.

Kultur? Am Arsch, Frau vonderLeyen!

Damit es auch die einfältigsten Wirtschaftsheinis verstehen – ein paar trockene Fakten und trostlose Zahlen zur Bedeutung der Kultur- & Kreativwirtschaft…

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Newsletter abonnieren

MEP Sonneborn behält sich vor, Sie per Mail ein- bis zweimal im Jahr über Interna aus dem EU-Parlament zu informieren – selbstverständlich unter kompletter Mißachtung der Chatham House Rules; über teure technische Produkte – sofern sie ihm unentgeltlich von Firmen zur Verfügung gestellt werden; und über öffentliche Auftritte von MEP Elmar Brocken (159 Kilo CDU), sofern dieser mal wieder bei einer Podiumsdiskussion eingeschlafen ist.

martin-sonneborn-bericht-aus-bruessel-folge-23-1

Bericht aus Brüssel

Folge 23

Der Irre vom Amazonas plant ein neues Agrargesetz, um weitere Flächen privatisieren, abholzen und -brennen zu können. Während die EU kritiklos am Mercosur-Abkommen festhält (Autos gegen Fleisch von CO2-pupsenden Rindern; Experten schätzen, dass das Abkommen die Entwaldung in Südamerika um fast 25 Prozent erhöhen wird),

EP Plenary session - Joint debate: European Council meetings of 19 June and of 17-18 July 2020

Bericht aus Brüssel

Folge 22

Merkel kommt nach Brüssel. Komisch, ich hatte mich doch bereits in der letzten Legislaturperiode in Straßburg so höflich, wie es mir nur möglich war, von ihr verabschiedet (Vgl. TITANIC 3/2019). Kommt die jetzt dauernd?

hufeisen

Bericht aus Brüssel

Folge 21

Unser neues Büro liegt angenehm abgelegen im vierten Stock des »Winston Churchill«-Gebäudes, eines skurrilen 70er-Jahre-Baus aus solidem Asbest, durch einen Arm der Ill sorgsam getrennt vom modernen Hauptkomplex des Parlaments.

csm_Semsrott-Sonneborn-IMG_20190703_182410_016_9d9ad5ee56

Bericht aus Brüssel

Folge 20

Die »Mitteldeutsche Zeitung« berichtet, dass zwei stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU in Sachsen-Anhalt das Szenario für eine Koalition mit der dämlichen AfD entworfen haben: »Es muss wieder gelingen, das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen.«

Krawall und Satire

Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift.

Die nächsten Termine:

26.06.2022
Düsseldorf / zakk
28.09.2022
Osnabrück / Rosenhof
29.09.2022
Hannover / Pavillon
30.09.2022
Mönchengladbach / Theater im Gründungshaus